Anfang Januar, zwei Offtrack-Camper, eine Mission: rauf in den hohen Norden, so weit wie möglich. Unser Ziel – Kiruna und der Abisko-Nationalpark in Schwedisch Lappland.
Was als Content-Trip und Fahrzeugtest begann, wurde schnell zu einem der eindrucksvollsten Reiseerlebnisse überhaupt. Insgesamt waren wir etwa 10 bis 12 Tage unterwegs: jeweils rund drei Tage für die Hin- und Rückfahrt und etwa vier Tage vor Ort. Mit unserem Vito Expedition Pro und der V-Klasse Expedition ging es durch Schnee, Eis und eine Welt, die sich anfühlt, als wäre sie von einem anderen Planeten.
Von Hamburg hinter den Polarkreis
Unsere Route führte uns von Hamburg über Stockholm und Luleå nach Kiruna und schließlich in den Abisko-Nationalpark. Hin- und Rückweg waren identisch – ein langer, aber unglaublich abwechslungsreicher Roadtrip quer durch Skandinavien.
Eine komplett andere Welt
Was einen in Schwedisch Lappland im Januar erwartet, lässt sich schwer in Worte fassen. Nur rund zwei Stunden Tageslicht pro Tag, dafür ein Licht, das so klar und besonders ist, wie man es nirgendwo sonst findet. Extrem viel Schnee, eisige Temperaturen und eine Stille, die fast unwirklich ist.
Die Landschaft wechselt auf dem Weg nach Norden stark: Rund um Kiruna dominieren endlose Wälder, während in Abisko die Berge dazukommen – alles in tiefem Schnee, weite, unberührte Flächen, soweit das Auge reicht. Wir haben unterwegs sehr viele Tiere gesehen, darunter immer wieder Rentiere.
Das Gefühl dort oben ist schwer zu beschreiben – es ist, als würde man eine komplett andere Welt betreten. Surreal, still und unfassbar beeindruckend.
Fahren im Winter in Lappland
Die Straßen in Schwedisch Lappland sind im Winter fast durchgehend vereist. Locals fahren ausschließlich mit Spikereifen – und das merkt man. Wer dort oben unterwegs ist, muss extrem vorsichtig fahren. Dafür hatten wir insgesamt sehr gutes Wetter: oft klar und sonnig, aber eben bei brutalen Temperaturen bis -37 Grad.
Was uns positiv überrascht hat: Die Menschen im Norden sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Und obwohl die Bedingungen extrem sind, funktioniert dort oben alles erstaunlich gut – die Schweden haben sich an ihren Winter perfekt angepasst.
Kleine Krise auf der Autobahn
Unterwegs hatte eines der Fahrzeuge plötzlich kaum noch Leistung. Die Ursache: Der Luftfilter war komplett vereist und voller Schnee. An der nächsten Tankstelle befreit – und danach lief alles wieder einwandfrei. Ein Learning, das man im Hinterkopf behalten sollte, wenn man bei solchen Temperaturen unterwegs ist.
Schlafen bei -30 Grad
Kann man bei -30 Grad im Camper übernachten? Kurze Antwort: Ja, problemlos – wenn das Setup stimmt. Unsere Standheizung lief die ganze Nacht, dazu magnetische Isoliermatten an den Fenstern und ein normaler Schlafsack. Das Ergebnis: angenehm warm, die ganze Nacht durch.
Beide Fahrzeuge blieben durchgehend warm, und die Motoren sprangen am nächsten Morgen jedes Mal problemlos an – trotz Temperaturen, die teilweise bei -37 Grad lagen.
Was wirklich herausfordernd war: Alles, was draußen stattfindet. Bei diesen Temperaturen ist selbst das Umziehen eine Prüfung. Aber drinnen, in unserem Offtrack-Setup, war es absolut machbar – und das ist wahrscheinlich das stärkste Argument für einen gut ausgebauten Camper.
Standheizung
Absolut essentiell. Ohne Standheizung geht bei diesen Temperaturen gar nichts. Sie lief die ganze Nacht und hielt beide Fahrzeuge zuverlässig warm.
Magnetische Isoliermatten
Der zweite entscheidende Faktor. Die Isoliermatten an den Fenstern halten die Kälte draußen und die Wärme drinnen.
Jeden Abend ein neuer Spot
Während des gesamten Trips haben wir komplett frei gestanden – keine Campingplätze, keine Buchungen. Jeden Abend haben wir uns einen neuen Spot gesucht. Was man dabei wissen muss: Im Winter sind viele Parkplätze und Stellplätze nicht geräumt. Das schränkt die Auswahl ein, macht das Ganze aber auch umso abenteuerlicher.
Was man erleben kann
Kiruna ist der perfekte Ausgangspunkt für Touren in der Region. Von hier aus kann man das berühmte Eishotel besuchen, Rentierfarmen erkunden, Huskytouren machen oder Wanderungen in der Winterlandschaft unternehmen.
Schneemobil-Tour
Mit Outback Abisko durch den Nationalpark – absolut empfehlenswert. Die Weite der Landschaft auf dem Schneemobil zu erleben ist unglaublich.
Eis- & Schneewanderungen
Spektakuläre Wanderungen durch den Abisko-Nationalpark. Die extreme Stille macht jeden Schritt besonders.
Polarlichter
Tipp: Die App „Aurora" liefert zuverlässige Polarlicht-Vorhersagen und hilft bei der Planung.
Der magische Moment
Abends nahe Kiruna: Ein Elch mit Kalb direkt vor dem Auto. Das Tier wirkte größer als das Fahrzeug – absolut magisch.
Tipps für andere Reisende
Beste Reisezeit
Laut den Locals: Mitte bis Ende Februar. Mehr Tageslicht als im Januar, aber immer noch Winter-Wonderland pur. Und die Chancen auf Polarlichter sind genauso gut.
Packliste Essentials
Sehr warme Kleidung (Schichtprinzip), richtig gute Schuhe, Fäustlinge (keine Fingerhandschuhe!) und eine warme Mütze.
Fahren im Winter
Vorsichtig fahren – die Straßen sind fast durchgehend vereist. Spikereifen sind dort oben Standard. Und immer daran denken: Der Luftfilter kann bei extremer Kälte vereisen.
Polarlichter
Die App „Aurora" nutzen – sie liefert zuverlässige Vorhersagen für Polarlichter und hilft, den besten Zeitpunkt und Ort zum Beobachten zu finden.
Fun Facts vom Trip
Bei -37°C friert sogar der Schaum von Cola sofort ein
Nur ca. 2 Stunden Tageslicht pro Tag – dafür einzigartiges Licht
Spikes auf den Straßen sind dort absoluter Standard
Extreme Stille und Weite – wie auf einem anderen Planeten
Absolut empfehlenswert
Dieser Trip hat alles übertroffen, was wir erwartet haben. Die Natur in Schwedisch Lappland ist unfassbar beeindruckend, die Menschen sind extrem freundlich, und das Gefühl, in dieser fast surrealen Winterwelt unterwegs zu sein, ist unbeschreiblich intensiv.
Für wen ist so eine Reise? Für alle, die etwas völlig Neues erleben wollen. Für Abenteurer und Naturliebhaber, die keine Angst vor Kälte haben und bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen.
Mit dem richtigen Setup sind selbst solche Extrembedingungen absolut machbar. Unsere Offtrack-Camper haben den Härtetest mit Bravour bestanden.
Unsere Fahrzeuge auf diesem Trip
Vito Expedition Pro
Kompakt & wendig
V-Klasse Expedition
Geräumig & komfortabel